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Wissenswertes

Versteckte Orte 

Es gibt Orte, von denen haben wir alle schon einmal gehört oder etwas darüber gelesen – im Fernsehen, im Schulbuch oder im Reiseführer. Oft wollen wir sie dann gern einmal selbst in natura gesehen haben. Das ist verständlich. Das Problem dabei: Diese Orte haben wir selten für uns allein. Und manchmal verlieren sie durch große Touristenströme ihren ursprünglichen und authentischen Charakter oder nehmen sogar Schaden.

Und dann gibt es Orte, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Sie strahlen oft eine wohltuende Ruhe aus und sind zuweilen ein bisschen geheimnisumweht. Und wenn man genau hinschaut und hinhört, erzählen sie spannende Geschichten, die eben noch nicht jeder kennt und gehört hat.

Genau um diese liebenswerten und zum Teil wohltuend stillen „versteckten Orte“ geht es hier…

Kennen Sie zum Beispiel schon:

Soests wohl skurrilstes Stilles Örtchen

Es gibt Orte, da ist man am liebsten allein. Das gilt wohl allem voran für das Stille Örtchen. Dass die Torwache des 500 Jahre alten Osthofentores so einen Ort an ihrer Arbeitsstätte hatte, dürfte seinerzeit ein großer Luxus gewesen sein, auch wenn es dort wohl eher kalt und zugig war. Bei diesem besonderen „Örtchen“ handelt es sich sicher um die skurrilste noch erhaltene Toilette in ganz Soest. Und sie war weder ausgeschildert, noch leicht zu erreichen. Im Mittelalter waren die Soester Stadttore nämlich ausgeklügelte „Hochsicherheitsanlagen“ – unbemerkter Zutritt von außen praktisch unmöglich. Und auch von innerhalb der Stadtmauern dürfte der Weg zum steinernen Abort, der in Form eines kleinen Erkers an der nördlichen Außenmauer des Tores angebracht ist und quasi in der Luft hängt, „erklärungsbedürftig“ und nicht ganz leicht zu finden gewesen sein. Die steinerne Treppe, die heute den Zugang zum Museum möglich macht, gab es damals nämlich noch nicht. Erreichbar war das Tor-Innere nur über die Stadtmauer und über die engen steinernen Wendeltreppen, die heute noch erhalten sind. So gut verborgen und geschützt, dürfte die Torwache an diesem versteckten Ort also wirklich ihre Ruhe gehabt haben.

Wer selbst mal einen Blick auf dieses skurrile Örtchen werfen möchte und sich für die Soester Wehrgeschichte interessiert, dem sei ein Besuch im Osthofentormuseum während der Öffnungszeiten wärmstens empfohlen.

Osthofentor
Osthofentor

Das älteste Haus von Soest

Romanisches Haus
Romanisches Haus

Ein wenig versteckt steht im Außenbereich des stadthistorischen Burghofmuseums das älteste noch existierende Wohnhaus zwischen Rhein und Weser und damit auch das nachweisbar älteste Haus von Soest. Neben dem im 16. Jahrhundert im Renaissance-Stil erbauten Hauptgebäude, wirkt das sogenannte Romanische Haus aus dem Jahr 1180 eher klein und beschaulich. Für seine Zeit dürften die Größe und die Ausstattung aber wohl äußerst opulent gewesen sein. Sogar über eine freistehende Badewanne verfügt das Haus. Wobei „freistehend“ hier wörtlich zu nehmen ist – die steinerne Wanne steht nämlich nicht im Gebäude, sondern exponiert davor. Wie lange sie hier schon steht und ob sie sich nicht vielleicht auch doch einmal im Gebäude befunden hat, das ist bisher nicht nachgewiesen und bietet Raum für eigene Überlegungen und Diskussionen. Ebenso wie die Frage, wo denn der „Stöpsel“ geblieben ist, der heute fehlt und wofür wohl die eingebaute steinerne Sitzfläche gut war. Was meinen Sie…?

Das Romanische Haus sowie ein begehbarer und vollständig erhaltener Luftschutzdeckungsgraben aus dem Jahr 1943 können bei einem Besuch des Museums auf dem umgebenden Gelände mitbesichtigt werden.

Die Geheimnisse der Soester Unterwelt

Beim täglichen Gang durch die Stadt laufen wir über zahllose Schichten jahrhunderte- bis jahrtausendealter Zeitzeugen menschlicher Besiedlungskultur. Nachweislich lag der Soester Marktplatz im 13. Jahrhundert mehr als einen Meter tiefer als heute. Was man nicht mehr brauchte, wurde lange Zeit an Ort und Stelle einfach achtlos weggeworfen. Wenn es dann doch zu beschwerlich wurde, durch den Dreck zu waten, zog man eine feste Deckschicht darüber, um wieder eine Zeit lang bequem laufen zu können. Aus den Augen, aus dem Sinn, lautete die Devise und so hob sich das Höhenprofil der Stadt Jahr um Jahr an.

Die so über Jahrhunderte entstandenen verschiedenen Schichten, waren für die Mitarbeitenden der Soester Stadtarchäologie bei Ausgrabungen im Zuge der jüngsten Sanierung des Soester Marktplatzes im Jahr 2024 wie ein Fenster in die Soester Unterwelt und boten einen Blick auf mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte.

Diese „Fenster“ in die Geschichte im Stadtbild offen zu halten, ohne dass sie der Sicherheit, Barrierefreiheit und den Anforderungen in einer lebenswerten und quirligen modernen Stadt entgegenstehen, ist zuweilen nicht immer einfach.

Einen Blick auf die genannten verschiedenen Schichten des Marktplatz-Pflasters, aber kann man heute im Burghofmuseum werfen. Und auch im Falle des Standorts des Prangers auf dem Marktplatz, der bereits bei Grabungen in den 1990er Jahren entdeckt wurde, ist dieses gelungen. Wer genau hinschaut, findet im neu verlegten Marktplatz-Pflaster versteckt eine Markierung, die anzeigt, wo zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wohl kein Missetäter lange ungesehen blieb. Haben Sie sie schon entdeckt?

Wer es genauer wissen und sich über die Arbeit und die zum Teil sehr bedeutenden Funde informieren möchte, ist während der Öffnungszeiten außerdem in der Soester Stadtarchäologie an der Niederbergheimer Straße gegenüber des Archigymnasiums herzlich willkommen.

Marktplatz-Pflaster
Marktplatz-Pflaster

Den Grund warum einige Werke des Künstlers Wilhelm Morgner Löcher haben

Wilhelm Morgner Austellung
Wilhelm Morgner Austellung

Als verstecken Ort kann man das Museum Wilhelm Morgner direkt neben der Kirche St. Patrokli an sich natürlich nicht bezeichnen. Mit seiner kubusförmigen Architektur fällt das durch den Wiesbadener Architekten Rainer Schell errichtete Baudenkmal im Stil der 60er Jahre inmitten des ansonsten stark mittelalterlich geprägten Altstadtbilds auf jeden Fall auf. Mit ein bisschen Zeit und Ruhe kann man im Inneren bei der Betrachtung verschiedenster Kunstwerke in wechselnden Ausstellungen aber in vergangene Zeiten, phantasievolle Orte und ganz eigene Gedankenwelten eintauchen. Und dann versteckt sich da noch ein „löchriges Geheimnis“…

In einer Dauerausstellung sind unter anderem Werke des namensgebenden Künstlers Wilhelm Morgner zu sehen, der als Wegbereiter des Expressionismus in Westfalen gilt. Schaut man ganz genau hin, erinnern einige der ausgestellten Leinwände im wahrsten Sinne des Wortes „am Rande“ an ein dunkles Kapitel der Geschichte: Im Dritten Reich galt Morgners expressionistischer Stil als entartet und seine Werke durften nicht mehr gezeigt werden. Da viele der Bilder aber recht großformatig sind, hat man vermutlich einen Teil von ihnen dazu benutzt, während des Krieges die Fenster des Soester Rathauses zu vernageln. So wollte man das Gebäude abdunkeln und vor Angriffen schützen. Die dabei entstandenen Nagelspuren an den Ecken hat man bei einer späteren Restaurierung bewusst als „Zeitzeugen“ sichtbar gelassen. Können Sie sie entdecken?

Das Museum Wilhelm Morgner mit RAUM SCHROTH kann man innerhalb der Öffnungszeiten auf eigene Faust erkunden oder im Vorfeld eine Führung oder ein museumspädagogisches Angebot buchen und selbst kreativ werden.

Den Ort Ihrer eigenen Wurzeln

Eine Heimat zu haben und unsere Wurzeln zu kennen, ist für uns Menschen ein großes und wichtiges Bedürfnis. In allen Epochen der Geschichte waren Menschen aus verschiedensten Gründen wie Krieg, Vertreibung, Hungersnöten, politischen Umständen oder persönlichen Schicksalen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Familien wurden auseinandergerissen, Kontakte brachen ab, Spuren und Erinnerungen verloren sich mit der Zeit und immer wieder begeben sich Menschen auf die Suche nach ihren Ahnen, ihrer Herkunft und ihren eigenen Wurzeln.

Wussten Sie, dass das Soester Stadtarchiv Sie bei Ihrer persönlichen Spurensuche gerne unterstützt? In den umfassenden Archivbeständen befinden sich neben vielem anderen auch zahllose Familienstammtafeln, Wappenbücher, Schülerlisten, Kirchen-, Adress- und Personenstandsbücher, Soester Zeitungen von 1819 bis heute sowie eine beeindruckende Anzahl von rund 70.000 Fotos. Anhand der Bilder, die die Veränderung der Stadt im Laufe der Zeit dokumentieren, lassen sich Orte wiederfinden, die im Stadtbild heute nicht mehr sichtbar sind, sich aber noch tief in unserer Erinnerung verstecken. Und wer weiß, auf welche Spuren und längst vergessenen Geschichten und Orte Sie bei Ihrem Besuch im Stadtarchiv stoßen…

Das Archiv steht während seiner offiziellen Öffnungszeiten für alle Interessierten offen. Die Mitarbeitenden sind bei der Spurensuche gern behilflich und freuen sich über einen Besuch.

Stadtarchiv
Stadtarchiv

Die Krypta in St. Patrokli

Krypta St. Patrokli
Krypta St. Patrokli

Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Krypta „die Verborgene“. Und das trifft es im Fall der Nebenkrypta von St. Patrokli wohl wirklich gut. Denn den Zugang hierzu über die steinerne Treppe rechts vom Chorraum hinunter muss man erst einmal finden. Wem das gelungen ist, der wird mit der stillen und abgeschiedenen Atmosphäre des Ortes und einem Blick auf die stimmungsvollen, bunten Glasfenster des Soester Künstlers Hans Kaiser belohnt.

Während der Zeit der Christenverfolgung wurden Krypten als versteckte Heiligengräber genutzt. Ein Teil der Gebeine des namensgebenden Soester Stadtheiligen und Märtyrers Patroklus von Troyes ruhen heute allerdings eine Etage darüber unter dem Hauptaltar der Kirche in einer schlichten Holzkiste, umgeben von einem teils vergoldeten Messingschrein, den die Soester Bürgerschaft 1871 stiftete. Der wertvolle originale Schrein von Meister Sigefridus aus dem 14. Jahrhundert wurde im Jahr 1841 aus Geldmangel an die Preußische Münze verkauft, damit man sich in Soest dringend notwendige Reparaturen leisten konnte. In Berlin wurde er in der Preußischen Skulpturensammlung aufbewahrt, bis er bei einem Brand durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde. Von den 16 silbernen Figuren, die den Schrein schmückten, ist die Hälfte spurlos verschollen.

Die Krypta in St. Patrokli ist während der Öffnungszeiten der Kirche in der Regel frei zugänglich. Dem Ort angemessen sollte eine Besichtigung weitgehend in Stille erfolgen, um Betende und Ruhe suchende Menschen nicht zu stören und dem Ort seinen ursprünglichen Charakter zu lassen.

Das kleine Stückchen Frankreich inmitten der Börde

Nur wenige Meter außerhalb des Altstadtbereichs im Soester Westen lässt sich ein kleines Stückchen Frankreich inmitten der Soester Börde finden. Hier nämlich befindet sich als Teil der Gedenkstätte und des Museums für Zeitgeschichte in einer ehemaligen Kasernenanlage die Französische Kapelle.

Bevor die Kaserne für rund 40 Jahre von der belgischen Armee genutzt wurde und davor nach Ende des Zweiten Weltkriegs vorübergehend als Notunterkunft für Vertriebene sowie befreite Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter diente, befand sich hier ein Lager für kriegsgefangene französische Offiziere. Um innerhalb des Lagers einen sakralen Raum für die Ausübung von Gottesdiensten zu haben, begannen drei der Offiziere fast unmittelbar nach ihrer Internierung damit, einen Raum im Lager künstlerisch aufwändig zu gestalten. Dabei dürfte wohl auch eine gute Portion Heimweh mitgeschwungen haben, denn die Malereien zeigen neben der Darstellung von Heiligen auch eine große Karte von Frankreich mit seinen kulturellen Besonderheiten. Gefangen in der Ferne dürfte dieser besondere Raum vielen der Offiziere Zuflucht, Trost und ein vertrautes Stückchen Heimat geboten haben. Die Farben der Gemälde haben bis heute nichts von ihrer Kraft verloren.

Die Gedenkstätte Französische Kapelle ist zweimal im Monat sonntags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Genaue Termine können der Homepage franzkapellesoest.de entnommen werden.

Darüber hinaus sind auf Anfrage jederzeit Führungen und museumspädagogische Programme über info@franzkapellesoest.de buchbar.

Französische Kapelle
Französische Kapelle

Den „unscheinbaren“ Bunker im Lütgen Grandweg

LiebesLebenMuseum
LiebesLebenMuseum

Im Stadtbild fällt der historische Hochbunker im Lütgengrandweg auf den ersten Blick nicht unbedingt auf. Und dies war zur Zeit seines Baus auch durchaus beabsichtigt: Um die erst gegen Kriegsende errichtete Bunkeranlage vor Luftangriffen zu schützen, „tarnte“ man sie mit einem Giebeldach, sodass sie wie ein gewöhnliches Wohnhaus aussah. Aufgrund der Größe des Daches und des farblichen Unterschiedes vom unteren Betonsockel und den oberen neuen Ziegelreihen, war dieser bewusst „versteckte Ort“ aber wohl dennoch zu erkennen. Der Schein-Giebel wurde beim schwersten Angriff auf die Stadt am 5. Dezember 1944 von einer Fliegerbombe getroffen und stark beschädigt. Der Giebel wurde nach Kriegsende nicht wieder instandgesetzt und ist nicht mehr sichtbar. Die Bunkeranlage an sich aber blieb stehen und beherbergt heute ein besonderes Museum, dass einfühl- und behutsam ein Spotlight auf etwas setzt, das noch immer häufig im Versteckten und Dunkeln stattfindet – das menschliche Liebesleben in seinen verschiedenen Facetten. Unterschiedliche Räume innerhalb des Museums widmen sich den Themen Liebe, Sexualität, Gesundheit und dem menschlichen Körper. Und auch die Geschichte des historischen Hochbunkers wird in einem eigenen Raum genauer beleuchtet.

Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen, besonderen Ausstellungen, Führungen sowie Workshops für Schulklassen, bietet die Homepage liebesleben-museum.de.


Haben Sie Lust auf noch mehr „versteckte Orte“? Unsere gleichnamige Führung sorgt dafür, dass Sie sie auch wirklich finden und nicht einfach achtlos daran vorbeilaufen…

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